Tontechnik
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"Wäre ich doch Maler geworden" ist wohl einer der von mir am meisten gestöhnten Sätze, wenn ich im Studio ein Gitarrensolo nach dem anderen vergeige oder wiedermal meine Ohren mit zuviel Abmischerei derart an falsche Frequenzen gewöhnt habe, daß selbst ein klebriger akustischer Brei für mich wie eine zauberhafte Symphonie klingt. Das ist zwar so eine Art Running Gag, aber in ihm liegt auch die Aussage versteckt, daß der Maler mit seinem Bild eine viel direktere Interaktionsmöglichkeit hat, als ich armer Mensch mit dem Medium Musik. Und darum beneide ich ihn!
Seine Augen werden ihm niemals vorlügen, daß das Bild wunderbar aussieht, obwohl es eine lächerliche Strichführung hat. Sogar mit der Farbe sollte er sich nicht irren, es sei denn, er hat vorher zu lange in die Sonne gestarrt.
Der Tontechniker jedoch erleidet regelmäßig dasselbe Schicksal, das unzählige Menschen in Bezug auf die recht laute Pendeluhr im Wohnzimmer ereilt: sie hören nicht mehr richtig! Und so doll sie sich auch anstrengen, das Tick-Tack ist weg!
In der Audioaufnahmetechnik gibt es unzählige Hebelchen und Regler, die allesamt einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf das Endergebnis haben. Und hätte ich die Geduld, dann würde ich es lieben, tagelang der Karrotte hinterherzulaufen, die irgendjemand vor mir Esel aufgehängt hat. Möglicherweise besteht der Trick darin, nur so zu tun, als wäre die perfekte Musikaufnahme eigentlich kein Problem.
Und das ist die Faszination! Tontechnik ist keine Ingenieurswissenschaft, es ist eine Kunst!